Bildung in Bewegung
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Webtalk#4: Bildung in Bewegung - Gewerkschaftliche Bildungsarbeit auf neuen Wegen


Webtalk#4: Bildung in Bewegung

 

Großartiges geleistet – und noch viele Herausforderungen zu meistern

Ein Rück- und Ausblick zur Bildungsarbeit,
von Irene Schulz
 

So würde ich unsere aktuelle Situation beschreiben. Zwischen den Jahren, zwischen Hoffen und Bangen, was die aktuellen Inzidenzen und Weihnachten angeht. Zwischen zwei für uns richtungsweisenden Wahlen. Aber auch, mit Blick auf die Situation in den Betrieben, zwischen Innovation und business-as-usual, zwischen nachhaltigen Geschäftsmodellen und kurzfristigen Gewinnmaximierungen, zwischen neuen Kooperationen und alten Konflikten mit den Arbeitgebern.
 

Und gesellschaftlich gesehen, erlebe ich uns zwischen einer Kultur der Solidarität und des neuen Egoismus, zwischen Aufbruch und Abwarten, zwischen einem demokratischen (Aus-)Handeln und dem Rückzug in reaktionäres, oft autoritäres schwarz-weiß Denken.


Zwischen Reflexion und Aktion: Bildung für die Transformation
 

So fordernd die Dialektik des „Dazwischen-Seins” auch sein mag, so ist es doch ein klares Zeichen für einen tiefgreifenden Wandel - und der kommt bekanntlich neben Risiken auch mit vielen Chancen – wenn wir diese zu nutzen wissen. Dabei ist die Frage nach dem „Wie” immer auch die Frage von Bildung(-sarbeit) und, gerade mit Bezug auf die Veränderung der Arbeitswelt, auch die zentrale Frage für uns: Wie bleiben wir handlungs- und gestaltungsfähig und durchsetzungsstark- trotz oder gerade in Zeiten großer Unsicherheit? Wie schaffen wir sichere (Lern- und Diskurs-) Räume - auch während einer Pandemie? Wie muss eine zeitgemäße Bildung aussehen?

Lernen ist Veränderung und umgekehrt. Wir als Bildungsarbeiter*innen müssen – gerade bei den aktuellen Veränderungsdynamiken – selber in Bewegung bleiben und dabei stetig Brücken bauen. Das Veränderungsprojekt „Die IG Metall vom Betrieb aus denken” ist so eine Brücke. Gemeinsam haben wir uns gefragt, wie wir über 1.200 Aktive in ihrem eigenen Sinne zu eigenständigen „Veränderungspromotor*innen“ für ihre Betriebe und Regionen qualifizieren können, wie wir sie empowern, den Wandel im Sinne der Arbeitnehmer*innen zu gestalten.

Wir haben jetzt mehr als 1200 Veränderungspromotor*innen unter widrigen Umständen aus allen Bezirken ausgebildet. Das Feedback der Teilnehmenden und Trainer*innen ist durchweg positiv: Das Konzept, die Methoden, die Boxenstopps und die Einbindung der betrieblichen Projekte und Zukunftsreihen in die Geschäftsstellen sind die Erfolgsfaktoren. Diese innovative Bildungsarbeit und ihre betriebliche Umsetzung ist eine starke Gemeinschaftsleistung aller beteiligten Metaller*innen.


Bildung „…vom Betrieb aus denken.“
 

Ein großer Erfolg, der auch unsere eigene Arbeit beeinflusst: So wollen wir unsere Bildungsarbeit noch stärker „vom Betrieb aus denken” und zusammen mit den Bildungszentren und der regionalen Bildungsarbeit mehr Vor-Ort-Angebote entwickeln. Bildung wird zur Schlüsselressource in der digitalen Transformation. Bildungsarbeit noch stärker betrieblich auszurichten erscheint uns als Ansatz sinnvoll, der noch mehr Kolleginnen und Kollegen den Zugang zu unseren Angeboten erleichtern wird. Gleichzeitig wollen wir damit alle jene erreichen, die uns noch nicht, oder nicht gut genug kennen. Denn was wir jetzt mehr denn je brauchen – in den Betrieben, im Netz und auf der Straße – sind Akteur*innen, die für Solidarität, Demokratie und Vielfalt eintreten und die gemeinsam für eine gute und faire Arbeit kämpfen. Akteur*innen, die das Dazwischen nicht nur aushalten, sondern nutzen, um von- und miteinander zu lernen und sich und die Welt weiterentwickeln (wollen). Die richtige Umgebung und Mitstreiter*innen dafür haben wir. 

Herzlichen Dank für ein anspruchsvolles 2021. Wir freuen uns auf euch im nächsten Jahr.
Eure Irene

 

Schwerpunkt Bildungsjahr 2022

 

Gewerkschaftliche Bildungsarbeit auf neuen Wegen

Jonas Berhe über neue Ansätze der Bildungsarbeit
 

Wir verbetrieblichen unsere Bildungsarbeit. Wir gehen dorthin, wo es brennt. Und wir begeistern, statt zu belehren. Wir werden 2022 in Formaten angekommen sein, die Aktive weiterbilden, neue Mitglieder locken und die Beziehungen gleichermaßen fördern.

Nach fast zwei Jahren Pandemie ist auch die Bildungsarbeit nicht mehr dieselbe. Digital ist das neue Normal und an vielen Stellen Fluch und Segen zugleich. Mit unserem Bildungsprogramm haben wir darauf reagiert und Angebote für beide Welten und das Dazwischen entwickelt: Digitale, analoge und hybride Seminare und Veranstaltungen, die sicher sind und trotz Abstand auch Raum für Austausch lassen – und diesen aktiv fördern. Da haben die Kolleg*innen viel geleistet. Chapeau.

Was uns jetzt beschäftigt, ist die Frage, wie wir auch die mitnehmen, die wir weder in der einen noch in der anderen Welt antreffen? Wie erreichen wir die, die nicht kommen können, sei es durch familiäre oder sonstige Verpflichtungen, und die, die noch in ihre Rolle als Vertrauensfrau / -mann oder Betriebsrät*in am Reinwachsen sind?

Ganz konkret: Wir verzahnen Bildungsarbeit mit bewährten Erschließungsmethoden [Link Artikel oder Webtalk] und kommen zu den Kolleg*innen. Wir verbetrieblichen unsere Bildungsarbeit noch stärker und gehen direkt dahin, wo es den Kolleg:innen unter den Nägeln brennt: Vor Ort, in die Betriebe, zu den konkreten Herausforderungen. Unser erstes Pilotprojekt dazu war der Vertrauensleute Bildungsblitz in der Geschäftsstelle Friedrichshafen-Oberschwaben – und ein voller Erfolg. Mit den Kolleg:innen vor Ort haben wir über 100 Vertrauensleute, zusammengebracht, die meisten zum ersten Mal.

Wir haben die Kolleg*innen in ihren eigenen Prozessen - gemeinsam mit Referent*innen aus den jeweiligen VKLen- mit unseren Methoden unterstützt und empowert. Wir haben gemeinsam einen Raum geschaffen, in dem jede*r von jedem lernen konnte, haben mitgeholfen, neue, passgenaue Ideen zu entwickeln und was uns am wichtigsten ist: Wir haben gemeinsam alle Teilnehmenden begeistert! Und sie uns.

Und diese Energie und Begeisterung nehmen wir mit ins nächste Jahr. Denn neben unseren Fähigkeiten sind es vor allem die Beziehungen und die Vernetzung untereinander, die eine Basis für kommende Veränderungen bildet – das Zwischen-Menschliche, das den Funken überspringen lässt. Das vor Ort auszubauen, digital und in Präsenz, als Team mit den Kolleg*innen somit auch die regionale Bildungsarbeit zu stärken, das ist unsere große Aufgabe in der Bildungsarbeit.

Wir freuen uns auf 2022.

 

 

 

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