Unser neuer Kollege Clemens Schimmele – herzlich willkommen!
Interview

Dr. Clemens Schimmele Referent am IG Metall Bildungszentrum Lohr – Bad Orb

1. November 20211. 11. 2021


Unser neuer Kollege Clemens Schimmele

– herzlich willkommen!

 

Seit dem 1. November bist du neu in Lohr – Bad Orb… Was sind deine ersten Eindrücke? Worauf freust du dich am meisten?

 

Mein erster Eindruck ist durchweg positiv und das verdanke ich einerseits unseren Teilnehmer*innen in den Seminaren, die immer interessiert bei der Sache sind und von deren Praxiswissen ich selbst auch viel für meine Arbeit und meinen persönlichen Horizont mitnehme. Und andererseits verdanke ich es Euch, meinen Kolleginnen und Kollegen im Bildungszentrum. Ich bin wirklich von allen hier im Haus, sowohl in Bad Orb wie auch in Lohr, äußerst herzlich aufgenommen worden und erfahre von allen Seiten viel Unterstützung. Das hat mir den Start, nicht zuletzt unter den erschwerten Bedingungen der Pandemie, sehr viel einfacher gemacht.

 

Angesichts ebendieser Bedingungen ist es letztlich einfach die Normalität, auf die ich mich aktuell am meisten freue. Ich habe ja vor einem guten Jahr schon als Trainee meine Hauptamtlichkeit im „Ausnahmezustand“ begonnen. Mit der BR Wahl, der Tarifrunde und den fortwährenden und zunehmenden Herausforderungen durch die Transformation haben wir ja beileibe genügend Themen und ich kann kaum erwarten, sie mit voller Kraft inhaltlich anzugehen.

 

Was sind deine nächsten Vorhaben/Projekte…?

 

Zunächst erarbeite ich mir einen sicheren Stand in der Grundlagenqualifizierung. Mittelfristig möchte mir darüber hinaus eine Art Baukasten zusammenstellen, um bei der Konzeption von Seminaren so flexibel zu sein, dass es ohne lange Vorlaufzeiten möglich ist, gemeinsam mit den Kolleg*innen aus den Betrieben Bildungsveranstaltungen zu planen, die genau auf ihre aktuellen Bedarfe zugeschnitten sind.

 

Du hast sogar einen Doktortitel: Womit hast du dich so intensiv an der Hochschule beschäftigt?

 

Ich habe in Köln Betriebswirtschaft und Sinologie studiert, die Promotion war dann stärker organisationssoziologisch und –ökonomisch ausgerichtet. Es ging um genossenschaftliche Unternehmen, die vollständig in der Hand ihrer Belegschaften sind und von ihnen demokratisch kontrolliert werden. Das bedeutet unter anderem, dass die Belegschaft das Management wählt und die Gewinne nicht an Investoren, sondern an die Beschäftigten ausgezahlt werden. Das ist ein Modell, dem man in Deutschland lange skeptisch gegenüberstand, das aber in anderen Ländern sehr gut funktioniert. Ich selbst habe für meine Forschung eine Reihe solcher Unternehmen in den USA besucht und war sehr beeindruckt davon, wie erfolgreich sie sein können, wenn sie klug organisiert sind.

 

Du wirst in vielen Bildungsformaten unterwegs sein: Was werden deine Schwerpunkte bei der Qualifizierung der Betriebsräte sein?

 

Schwerpunktmäßig werde ich mit Themen befasst sein, die uns im Rahmen der Transformation umtreiben, also tiefgreifenden und vergleichsweise rapiden Veränderungsprozessen, ausgelöst durch Dekarbonisierung und Digitalisierung und den damit einhergehenden neuen Produkten und Geschäftsmodellen einerseits sowie andererseits den neuen Technologien, die in der Fertigung und im Büro die Arbeit verändern. Ich freue mich sehr darauf, Betriebsratsgremien und andere Aktive darin zu unterstützen, diese Transformation handlungsfähig mitzugestalten. Dafür reicht es nicht aus, ein Verständnis für die Treiber der Entwicklung zu gewinnen oder gute Formulierungen in Betriebsvereinbarungen zu schreiben, sondern es geht auch darum, die Arbeitsweise in den Gremien effektiver zu machen und auf dieser Basis betriebspolitische Prozesse anzustoßen, die auf die breite Beteiligung der Beschäftigten abzielen.

 

…und warum IG Metall?

 

Wenn man im Verhältnis von Kapital und Arbeit etwas erreichen will, ist die IG Metall als größte Einzelgewerkschaft wahrscheinlich der wirkungsmächtigste Akteur im Institutionengefüge. Aber ihre Stellung ist ja nicht nur durch Recht und Gesetz abgesichert, sondern durch den Umstand, dass die IG Metall eine auch nach innen demokratisch aufgebaute Organisation ist, die von über 2 Millionen Mitgliedern getragen wird. Das bedeutet eine ganz starke Legitimation – und eine besondere Verantwortung für uns als Hauptamtliche.

(Die Fragen stellte Thomas Gorsboth)

 

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